15/07/2020
Viele Menschen lieben es, ihre Haarfarbe zu verändern, um ihren Look aufzufrischen oder ihre Persönlichkeit auszudrücken. Doch seit Jahren schwebt eine beunruhigende Frage im Raum: Können Haarfärbemittel Krebs verursachen? Diese Sorge ist nicht unbegründet, da einige Inhaltsstoffe in der Vergangenheit unter Verdacht standen, gesundheitliche Risiken zu bergen. Sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte einst vor bestimmten Haarfärbemitteln gewarnt, was die Unsicherheit in der Bevölkerung noch verstärkte. Doch die Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter, und neue, umfassende Studien werfen ein überraschendes Licht auf diese langjährige Debatte. Ist die Angst vor Krebs durch Haarefärben wirklich berechtigt, oder handelt es sich um veraltete Informationen? Tauchen wir ein in die neuesten Erkenntnisse und erfahren Sie, was die Forschung heute sagt.

- Haarfärbemittel und Krebsrisiko: Eine umfassende Betrachtung
- Die größte Studie ihrer Art: Überraschende Erkenntnisse
- Nicht ganz entlastet: Wo Vorsicht geboten ist
- Blasenkrebs und Haarfärbemittel: Ein überholtes Risiko?
- Allergien: Eine reale Herausforderung
- Sicherheitsmaßnahmen und Empfehlungen für Anwender
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Haarfärbemittel und Gesundheit
Haarfärbemittel und Krebsrisiko: Eine umfassende Betrachtung
Die Verlockung, das Erscheinungsbild durch eine neue Haarfarbe zu verändern, ist groß. Ob ein tiefes Braun, ein leuchtendes Blond, ein feuriges Rot oder ein dramatisches Schwarz – das Spektrum der Möglichkeiten ist schier unendlich. Millionen von Menschen weltweit nutzen regelmäßig Haarfärbemittel, um ihren gewünschten Look zu erzielen. Doch die Diskussion um die Sicherheit dieser Produkte ist fast so alt wie die Produkte selbst. Insbesondere die Befürchtung, dass chemische Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln krebserregend wirken könnten, hat in der Öffentlichkeit immer wieder für Besorgnis gesorgt. Wissenschaftliche Studien in der Vergangenheit und sogar Warnungen von renommierten Gesundheitsorganisationen wie der WHO nährten diese Ängste. Es wurde argumentiert, dass die in den Farben enthaltenen starken Chemikalien, die für die permanente Farbveränderung notwendig sind, ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringen könnten. Diese anhaltende Besorgnis führte dazu, dass viele Konsumenten und sogar Friseure mit einem unguten Gefühl an die Anwendung herangingen. Es war klar, dass eine definitive Antwort auf diese wichtige Frage dringend benötigt wurde, um Klarheit zu schaffen und die Sicherheit der Anwender zu gewährleisten. Die Forschung hat sich dieser Aufgabe angenommen, und die Ergebnisse sind aufschlussreicher, als viele vielleicht erwartet hätten.
Die größte Studie ihrer Art: Überraschende Erkenntnisse
Um der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und Krebs auf den Grund zu gehen, wurde eine der umfangreichsten Studien durchgeführt, die es in diesem Bereich je gab. Über einen Zeitraum von beeindruckenden 36 Jahren hinweg sammelten Wissenschaftler Daten von insgesamt 117.200 Frauen. Eine solche Langzeitstudie mit einer derart großen Kohorte ist von unschätzbarem Wert, da sie es ermöglicht, auch langfristige Effekte und sehr seltene Zusammenhänge zu erkennen. Die Forscher veröffentlichten ihre wegweisenden Ergebnisse im renommierten 'British Medical Journal', was die Glaubwürdigkeit und Relevanz der Studie unterstreicht. Das Hauptresultat dieser Mammutstudie dürfte für viele eine große Erleichterung sein: Das Entstehen von Krebstumoren wird vom häufigen Haarefärben nicht pauschal beeinflusst. Dies bedeutet, dass die allgemeine Befürchtung, dass das Färben der Haare per se zu einem erhöhten Krebsrisiko führt, nach den neuesten und umfassendsten Erkenntnissen nicht haltbar ist. Eva Schernhammer, ein Mitglied des Forscherteams, kommentierte die Ergebnisse mit den Worten, dass die Studie 'eine gewisse Beruhigung gegenüber Bedenken' biete, dass der persönliche Gebrauch von permanenten Haarfärbemitteln 'mit einem erhöhten Krebsrisiko oder einer erhöhten Mortalität verbunden sein könnte'. Diese Aussage ist ein klares Signal an Millionen von Haarfärbe-Anwendern weltweit: Die weitverbreitete Panik, dass jede Haarfärbung ein Krebsrisiko birgt, ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft unbegründet. Dies ist eine wichtige Nachricht für die Schönheitspflege und die gesamte Friseurbranche.
Nicht ganz entlastet: Wo Vorsicht geboten ist
Obwohl die umfassende Studie eine allgemeine Entwarnung für das pauschale Krebsrisiko durch Haarfärbemittel gab, konnten die Forscher die Produkte nicht gänzlich freisprechen. Es gibt Nuancen und spezifische Fälle, in denen ein Zusammenhang zwischen der Verwendung von Haarfärbemitteln und bestimmten Krebsarten nicht ausgeschlossen werden kann. Insbesondere bei der persönlichen Verwendung von permanenten und potenziell aggressiveren Haarfärbemitteln wurde ein erhöhtes Risiko für spezifische Erkrankungen festgestellt. Dazu gehören das Basalzellkarzinom, eine häufige Form von Hautkrebs, sowie Morbus Hodgkin, eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Darüber hinaus gab es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für hormonrezeptor-negativen Brustkrebs und Eierstockkrebs. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Zusammenhänge spezifisch sind und nicht die allgemeine Krebsgefahr betreffen, die oft in der öffentlichen Debatte thematisiert wird.
Ein weiterer überraschender Aspekt der Studie war die mögliche Rolle der Naturhaarfarbe bei der Krebsanfälligkeit. Die Forschung zeigte, dass Frauen mit dunklen Haaren einem höheren Risiko für Hodgkin-Lymphome ausgesetzt sein könnten. Im Gegensatz dazu wiesen Frauen mit hellem Haar ein größeres Risiko für das Basalzellkarzinom auf. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die individuelle genetische Veranlagung und die natürliche Pigmentierung des Haares möglicherweise ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung bestimmter Krebsarten spielen könnten, unabhängig von der Verwendung von Haarfärbemitteln. Es ist jedoch essenziell zu beachten, dass die gesammelten Daten dieser Studie ausschließlich von US-amerikanischen Frauen mit heller Hautfarbe stammten. Die Forscher wiesen ausdrücklich darauf hin, dass daher nicht ausreichend erwiesen ist, ob diese Erkenntnisse auf Menschen mit anderer Hautfarbe übertragbar sind. Diese Einschränkung ist wichtig für die globale Anwendbarkeit der Studienergebnisse.
Blasenkrebs und Haarfärbemittel: Ein überholtes Risiko?
Die Befürchtung, dass Haarfärbemittel Blasenkrebs verursachen könnten, war lange Zeit ein wiederkehrendes Thema in der öffentlichen Diskussion. Um diese spezifische Sorge zu beleuchten, sprach die Zeitschrift 'test' mit Professor Dr. Thomas Platzek, einem renommierten Toxikologen am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Seine Einschätzung dazu ist eindeutig und beruhigend. Platzek bezeichnete diese Befürchtung als 'Schnee von gestern'. Er erklärte, dass die Verdachtsmomente auf einen Zusammenhang zwischen Blasenkrebs und Haarfärbemitteln hauptsächlich aus den 90er Jahren stammten. Seitdem hat sich viel getan in der Produktentwicklung und bei den Zulassungsverfahren.
Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und den heute am Markt angebotenen permanenten Haarfärbemitteln bestehe kein Risiko mehr für Blasenkrebs. Dies liegt daran, dass alle Produkte aufwendige und strenge Zulassungsverfahren durchlaufen müssen, bevor sie in den Handel gelangen. Diese Verfahren sollen sicherstellen, dass die Inhaltsstoffe und die Endprodukte sicher für den Verbraucher sind. 'Nach aktuellem Wissensstand muss niemand befürchten, durch Haarfärbemittel Blasenkrebs zu bekommen', so Professor Platzek. Diese klare Aussage sollte die Bedenken vieler Anwender hinsichtlich dieses spezifischen Krebsrisikos zerstreuen. Die Fortschritte in der Forschung und die strengeren Regulierungen haben hier offenbar zu einer signifikanten Verbesserung der Produktsicherheit geführt.
Allergien: Eine reale Herausforderung
Während das Krebsrisiko durch Haarfärbemittel nach neuesten Erkenntnissen weitestgehend entkräftet wurde, bleibt ein anderes, sehr reales Problem bestehen: Kontaktallergien. Professor Platzek bestätigte, dass es nach wie vor etliche Substanzen in Haarfärbemitteln gibt, die eine allergische Reaktion hervorrufen können. Diese Reaktionen äußern sich oft als Rötungen, Juckreiz, Schwellungen oder Ekzeme auf der Haut, insbesondere auf der Kopfhaut, im Gesicht oder am Hals.
Das Risiko, eine solche Allergie zu entwickeln, betrifft in erster Linie die Berufsgruppe der Friseure. Sie kommen tagtäglich, oft über viele Stunden hinweg, mit diesen Produkten in Kontakt. Die wiederholte Exposition erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Sensibilisierung und damit der Entwicklung einer Allergie. Aber auch für Heimanwender ist die Gefahr, wenn auch geringer, durchaus gegeben. Selbst bei gelegentlicher Anwendung kann es zu einer allergischen Reaktion kommen, insbesondere wenn man bereits eine Veranlagung zu Allergien hat oder empfindliche Haut besitzt.
Die Frage, warum diese potenziell allergieauslösenden Stoffe nicht einfach aus den Produkten entfernt werden, ist komplex. Laut Professor Platzek besteht hier noch viel Forschungsbedarf. Die Hersteller von Haarfarben argumentieren, dass sie auf etliche dieser Stoffe nicht verzichten können, wenn sie weiterhin wirkungsvolle und langanhaltende Produkte anbieten wollen. Diese Substanzen sind oft entscheidend für die Intensität, Haltbarkeit und das Farbergebnis. Es ist ein Spagat zwischen der gewünschten Wirksamkeit der Produkte und der Minimierung potenzieller Allergene. Für diejenigen, die absolut kein Risiko eingehen möchten, bleibt laut Professor Platzek nur eine Option: 'Um völlig auf Nummer sicher zu gehen, bleibt nur, auf die Benutzung von Haarfarben zu verzichten.' Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich der Risiken bewusst zu sein und entsprechend vorsichtig zu handeln.

Sicherheitsmaßnahmen und Empfehlungen für Anwender
Angesichts der Erkenntnisse, dass Haarfärbemittel zwar nicht pauschal krebserregend sind, aber Allergien auslösen können und bestimmte Risiken für spezifische Krebsarten bestehen, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Produkten entscheidend. Professor Platzek und andere Experten geben klare Empfehlungen, wie Anwender das Gesundheitsrisiko möglichst gering halten können:
1. Gebrauchsanweisung und Warnhinweise beachten: Lesen Sie vor jeder Anwendung sorgfältig die gesamte Gebrauchsanweisung und alle Warnhinweise auf der Verpackung. Hier finden Sie wichtige Informationen zu Inhaltsstoffen, Anwendungsschritten, potenziellen Risiken und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Ignorieren Sie niemals diese Anweisungen.
2. Hautkontakt vermeiden: Beim Färben ist es von größter Bedeutung, den direkten Hautkontakt mit der Farbe so weit wie möglich zu vermeiden. Tragen Sie immer die mitgelieferten Handschuhe. Diese schützen nicht nur Ihre Hände vor Verfärbungen, sondern vor allem vor dem direkten Kontakt mit potenziell reizenden oder allergieauslösenden Substanzen. Achten Sie auch darauf, dass die Farbe nicht auf die Stirn, Ohren oder den Nacken gelangt. Sollte dies doch geschehen, wischen Sie die Farbe sofort vorsichtig ab.
3. Altersbeschränkung ernst nehmen: Viele permanente Haarfärbemittel tragen den Warnhinweis: 'Nicht für Personen unter 16 Jahren geeignet.' Diese Empfehlung ist sehr ernst zu nehmen. Die Haut und das Immunsystem von Jugendlichen können empfindlicher reagieren und sind möglicherweise anfälliger für Sensibilisierungen. Wenn Jugendliche ihre Haare unbedingt farblich aufpeppen möchten, wäre eine sanftere Tönung, die sich nach einigen Haarwäschen wieder auswäscht und weniger aggressive Chemikalien enthält, die bessere Alternative.
4. Vorsicht bei Verträglichkeitstests (Patch-Tests): Dies ist ein besonders wichtiger Punkt, der oft missverstanden wird. Viele Verpackungen empfehlen sogenannte 'Verträglichkeitstests' oder 'Patch-Tests', bei denen eine kleine Menge der Farbe in der Armbeuge oder hinter dem Ohr aufgetragen wird, um eine allergische Reaktion zu prüfen. Doch Experten wie Professor Platzek raten davon ab. Der Grund: Schon diese kleinen Selbsttests können für eine Kontaktallergie gegenüber Haarfärbemitteln sensibilisieren. Das bedeutet, dass der Test selbst dazu führen kann, dass Ihr Körper eine Allergie entwickelt, die Sie vorher nicht hatten. Wenn Sie Bedenken haben oder bereits zu Allergien neigen, ist es ratsamer, professionellen Rat einzuholen oder ganz auf das Färben zu verzichten, anstatt einen Selbsttest durchzuführen, der das Risiko erhöhen könnte.
Die Beachtung dieser einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen kann dazu beitragen, das Risiko von unerwünschten Reaktionen und potenziellen gesundheitlichen Problemen erheblich zu minimieren und die Haarpracht sicher zu genießen.
Risikobetrachtung: Haarfärbemittel und Gesundheit
Um die verschiedenen Aspekte des Themas zusammenzufassen, bietet die folgende Tabelle einen Überblick über die Risiken und Entwarnungen:
| Aspekt | Aktueller Wissensstand / Ergebnis der Studie | Empfehlung / Hinweis |
|---|---|---|
| Allgemeines Krebsrisiko (alle Krebsarten) | Kein Einfluss durch häufiges Haarefärben (laut größter Studie) | Entwarnung für die allgemeine Sorge |
| Blasenkrebs | Risiko durch aktuelle permanente Haarfarben nicht gegeben ("Schnee von gestern") | Aktuelle Produkte gelten als sicher |
| Spezifische Krebsarten (Basalzellkarzinom, Morbus Hodgkin, hormonrezeptor-negativer Brust-/Eierstockkrebs) | Möglicher Zusammenhang bei persönlichen, aggressiven/permanenten Färbemitteln | Vorsicht bei bestimmten Typen und aggressiven Produkten |
| Rolle der Naturhaarfarbe | Dunkles Haar: höheres Risiko für Hodgkin-Lymphome; Helles Haar: höheres Risiko für Basalzellkarzinom | Eine mögliche Rolle der Genetik und Pigmentierung |
| Kontaktallergien | Reales Risiko, insbesondere für Friseure; auch für Anwender gegeben | Hautkontakt vermeiden, Handschuhe tragen, ggf. auf Färben verzichten |
| Verträglichkeitstests (Patch-Tests) | Experten raten davon ab (können sensibilisieren) | Nicht selbst durchführen; im Zweifel professionellen Rat einholen |
| Altersbeschränkung unter 16 Jahren | Empfehlung der Hersteller (empfindlichere Haut/Immunsystem) | Für Jugendliche sanftere Tönungen bevorzugen oder ganz verzichten |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Haarfärbemittel und Gesundheit
- 1. Kann Haarefärben tatsächlich Krebs verursachen?
- Die neueste und größte Studie zu diesem Thema, veröffentlicht im "British Medical Journal", zeigt, dass das häufige Haarefärben das allgemeine Entstehen von Krebstumoren nicht beeinflusst. Es gibt jedoch spezifische, aggressive permanente Haarfärbemittel, die mit einem erhöhten Risiko für Basalzellkarzinome, Morbus Hodgkin, hormonrezeptor-negativen Brust- und Eierstockkrebs in Verbindung gebracht werden könnten.
- 2. Sind aktuelle Haarfärbemittel sicher in Bezug auf Blasenkrebs?
- Ja, laut Professor Dr. Thomas Platzek vom Bundesinstitut für Risikobewertung ist die Befürchtung, dass Haarfärbemittel Blasenkrebs verursachen könnten, "Schnee von gestern". Die heutigen permanenten Haarfärbemittel durchlaufen strenge Zulassungsverfahren und gelten in dieser Hinsicht als sicher.
- 3. Gibt es ein Risiko für Allergien durch Haarfärbemittel?
- Ja, das Risiko für Kontaktallergien ist real und besteht weiterhin. Viele Substanzen in Haarfärbemitteln können allergische Reaktionen hervorrufen. Friseure sind aufgrund des täglichen Kontakts besonders gefährdet, aber auch Anwender können betroffen sein. Es ist wichtig, Hautkontakt zu vermeiden und Handschuhe zu tragen.
- 4. Sollte ich einen Verträglichkeitstest (Patch-Test) vor dem Färben durchführen?
- Experten raten von solchen Selbsttests ab. Obwohl sie oft auf Verpackungen empfohlen werden, können diese kleinen Tests die Haut bereits für eine spätere Kontaktallergie sensibilisieren. Wenn Sie Bedenken haben, ist es besser, professionellen Rat einzuholen.
- 5. Warum dürfen Jugendliche unter 16 Jahren keine permanenten Haarfärbemittel verwenden?
- Die Haut und das Immunsystem von Jugendlichen können empfindlicher sein und schneller auf die Chemikalien in permanenten Haarfarben reagieren, was das Risiko einer Sensibilisierung erhöht. Für sie sind sanftere Tönungen, die sich auswaschen, eine sicherere Alternative.
- 6. Spielt meine Naturhaarfarbe eine Rolle beim Krebsrisiko?
- Die Studie deutete darauf hin, dass die Naturhaarfarbe eine Rolle spielen könnte: Frauen mit dunklen Haaren hatten ein höheres Risiko für Hodgkin-Lymphome, während Frauen mit hellem Haar ein höheres Risiko für Basalzellkarzinome zeigten. Diese Erkenntnisse basieren jedoch auf Daten von Frauen mit heller Hautfarbe und sind möglicherweise nicht auf alle Ethnien übertragbar.
Die Frage, ob Haarfärbemittel Krebs auslösen können, ist komplex und erfordert eine differenzierte Betrachtung. Die gute Nachricht aus der größten und umfassendsten Studie ihrer Art ist, dass die allgemeine Befürchtung, das regelmäßige Färben der Haare würde pauschal das Krebsrisiko erhöhen, nach aktuellem Wissensstand nicht haltbar ist. Dies bietet eine erhebliche Beruhigung für Millionen von Menschen, die ihre Haarfarbe lieben und regelmäßig ändern möchten.
Dennoch ist es wichtig, die Nuancen zu verstehen: Bestimmte aggressive, permanente Haarfärbemittel könnten mit einem geringfügig erhöhten Risiko für spezifische, seltene Krebsarten verbunden sein. Auch die individuelle Naturhaarfarbe scheint eine Rolle bei der Veranlagung für bestimmte Erkrankungen zu spielen. Die gute Nachricht bezüglich Blasenkrebs ist, dass moderne Produkte dank strenger Zulassungsverfahren als sicher gelten und das einstige Risiko als 'Schnee von gestern' betrachtet wird.
Das wohl relevanteste und häufigste Risiko im Zusammenhang mit Haarfärbemitteln sind und bleiben jedoch Kontaktallergien. Hier ist besondere Achtsamkeit geboten. Das Vermeiden von Hautkontakt durch das Tragen von Handschuhen und das sorgfältige Lesen der Gebrauchsanweisung sind unerlässliche Schritte für jeden Anwender. Die Empfehlung, auf Verträglichkeitstests zu verzichten, ist ebenfalls ein wichtiger Hinweis, um eine Sensibilisierung zu vermeiden.
Insgesamt zeigt sich, dass der Fortschritt in der Forschung und die strengeren Regulierungen dazu beigetragen haben, die Sicherheit von Haarfärbemitteln erheblich zu verbessern. Wer seine Haare färben möchte, kann dies mit den heutigen Produkten in der Regel sicher tun, solange die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Im Zweifelsfall oder bei bekannten Allergien ist immer der Rat eines Dermatologen oder eines erfahrenen Friseurs einzuholen. Die Balance zwischen persönlichem Stil und Gesundheit ist mit dem richtigen Wissen und der nötigen Sorgfalt gut zu halten.
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