10/10/2017
Der Wunsch nach helleren Haaren ist weit verbreitet, und Blondierungen sind eine beliebte Methode, um diesen Traum zu verwirklichen. Doch der Weg zum perfekten Blond ist oft mit Fragen und Unsicherheiten gepflastert, insbesondere wenn es um die korrekte Anwendung und die potenziellen Risiken geht. Eine der häufigsten und wichtigsten Fragen ist die nach der optimalen Einwirkzeit. Eine zu kurze Einwirkzeit kann zu einem unerwünschten Gelbstich führen, während eine zu lange Einwirkzeit irreparable Schäden am Haar oder sogar an der Kopfhaut verursachen kann. In diesem umfassenden Leitfaden beleuchten wir alle Aspekte rund um das Blondieren, von der Einwirkzeit über die richtige Pflege bis hin zu den Geheimnissen eines gesunden Haarwachstums.

Blondieren ist ein chemischer Prozess, bei dem die natürlichen Pigmente im Haar, hauptsächlich Melanin, aufgebrochen und entfernt werden. Dies geschieht durch Oxidationsmittel, die in der Blondierungscreme enthalten sind. Je mehr Pigmente entfernt werden, desto heller wird das Haar. Dieser Prozess ist jedoch auch anspruchsvoll für die Haarstruktur, da die Schuppenschicht geöffnet wird, um die Pigmente zu erreichen. Daher ist es entscheidend, die Anweisungen genau zu befolgen und die Einwirkzeit präzise zu überwachen, um die Integrität des Haares zu bewahren.
Die entscheidende Frage: Wie lange muss Blondierung einwirken?
Die Einwirkzeit ist der wohl kritischste Faktor beim Blondieren. Sie ist entscheidend für das Ergebnis und die Gesundheit Ihrer Haare. Grundsätzlich gilt: Blondierungsmittel sollten niemals länger als 40 Minuten in Ihren Haaren bleiben. Dies ist eine absolute Obergrenze, die nur in Ausnahmefällen erreicht werden sollte und stets unter genauer Beobachtung. Ein Überschreiten dieser Zeit kann gravierende Folgen haben, von chemischen Verätzungen der Kopfhaut bis hin zu permanenten und irreparablen Haarschäden, die sich in extremer Trockenheit, Brüchigkeit und im schlimmsten Fall sogar in Haarausfall äußern können. Die Herstellerangaben auf dem Produkt sind hierbei Ihr wichtigster Ratgeber. Jede Formulierung ist anders, und die Chemie dahinter ist komplex. Ignorieren Sie niemals die Anweisungen auf der Verpackung.
Einwirkzeiten im Detail: Zuhause vs. Friseur
Die empfohlene Einwirkzeit kann variieren, je nachdem, ob Sie die Blondierung zu Hause anwenden oder einen professionellen Friseur aufsuchen. Beim Friseur wird die Einwirkzeit in der Regel sehr genau überwacht und an Ihren Haartyp, Ihre Ausgangshaarfarbe und das gewünschte Ergebnis angepasst. Oftmals liegt die Einwirkzeit beim Profi zwischen 30 und 45 Minuten. Dies ist in der Regel ausreichend Zeit, um die Farbpigmente im Haar effektiv abzubauen, ohne die Haarstruktur übermäßig zu strapazieren. Bei dunkleren Haaren kann eine etwas längere Einwirkzeit von etwa 5 Minuten zusätzlich erforderlich sein, um das gewünschte Helligkeitsniveau zu erreichen, aber auch hier ist Vorsicht geboten.
Ein Friseur verfügt über das Fachwissen und die Erfahrung, um den Aufhellungsprozess kontinuierlich zu beurteilen und die Blondierung genau im richtigen Moment auszuspülen. Zuhause ist es schwieriger, diesen sensiblen Punkt zu erkennen. Daher ist es ratsam, bei der Heimanwendung tendenziell eher die untere Grenze der empfohlenen Einwirkzeit anzustreben und regelmäßig eine Strähnenprobe zu machen, um den Aufhellungsgrad zu überprüfen. Achten Sie während der gesamten Einwirkzeit darauf, ob ein Brennen oder starkes Jucken auf der Kopfhaut auftritt. Dies sind Warnsignale, die ein sofortiges Ausspülen erfordern.
Vergleich der Einwirkzeiten und Faktoren
| Faktor | Empfohlene Einwirkzeit | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Helle Haare (dunkelblond) | ca. 20-30 Minuten | Schnellere Aufhellung, geringeres Risiko für Gelbstich |
| Mittelbraune Haare | ca. 30-40 Minuten | Standard-Einwirkzeit, regelmäßige Kontrolle erforderlich |
| Dunkelbraune/Schwarze Haare | ca. 35-45 Minuten (max. 40 Min. zuhause) | Längere Einwirkzeit nötig, hohes Risiko für Rot-/Orangestich, oft mehrere Durchgänge nötig |
| Feines Haar | Kürzere Einwirkzeit | Reagiert empfindlicher, schnellere Aufhellung |
| Dickes Haar | Längere Einwirkzeit | Benötigt mehr Zeit zum Aufhellen |
| Ansatzblondierung | Ca. 20-30 Minuten | Nur auf den neu gewachsenen Haaransatz auftragen |
| Erster Blondierprozess | Vorsichtig beginnen, eher kürzer | Haar reagiert möglicherweise anders als erwartet |
| 6% Entwickler (Volumen 20) | Bis zu 60 Minuten (unter Aufsicht) | Geringere Schädigung, mildere Aufhellung, muss feucht bleiben |
Beachten Sie, dass trockene Blondierung nicht mehr wirkt! Decken Sie das Haar gegebenenfalls mit Folie ab, um ein Austrocknen zu verhindern und die Wirksamkeit zu gewährleisten.
Was passiert, wenn Blondierung zu lange drauf ist?
Die Versuchung, die Blondierung länger einwirken zu lassen, um einen helleren Ton oder das Vermeiden eines Gelbstichs zu garantieren, ist groß. Doch die Risiken überwiegen die potenziellen Vorteile bei Weitem. Länger als die empfohlenen 40 Minuten (oder die vom Hersteller angegebene Maximalzeit) führt in der Regel nicht zu einem besseren Ergebnis, sondern zu irreversiblen Schäden. Das Haar wird porös, verliert seine Elastizität und wird extrem brüchig. Es kann wie Kaugummi werden, wenn es nass ist, und beim Trocknen einfach abbrechen. Im schlimmsten Fall kann es zu chemischen Verbrennungen der Kopfhaut kommen, die Schmerzen, Rötungen, Blasenbildung und sogar Haarausfall an den betroffenen Stellen verursachen können. Einmal geschädigtes Haar lässt sich nur schwer wiederherstellen; oft hilft nur ein radikaler Schnitt.
Der richtige Abstand zwischen Blondierungen
Einmal gebleichtes Haar ist empfindlicher und sollte mit größter Vorsicht behandelt werden. Es ist ratsam, bereits blondiertes Haar nach Möglichkeit nicht noch einmal komplett zu blondieren. Stattdessen sollte man sich auf das Nachbleachen des Wurzeln konzentrieren. Dies macht frühestens nach sechs Wochen Sinn. Der Grund dafür ist, dass das Haar Zeit benötigt, sich zu erholen. Eine zu häufige Blondierung kann zu einer Überbearbeitung führen, die das Haar unwiderruflich schädigt. Bei längeren Haaren empfiehlt es sich außerdem, die Haare nicht komplett zu blondieren, sondern nur einzelne feine Strähnen zu bleachen (Babylights, Balayage), um einen sanfteren Look zu erzielen und die Gesamtbelastung des Haares zu minimieren.
Die Rolle des Entwicklers: 6% und seine Bedeutung
Der Entwickler, auch Aktivator oder Wasserstoffperoxid genannt, ist ein entscheidender Bestandteil der Blondierungsmixtur. Seine Konzentration wird in Prozent angegeben und beeinflusst die Stärke und Geschwindigkeit des Aufhellungsprozesses. Ein 6%iger Entwickler (manchmal auch als 20 Volumen bezeichnet) ist eine häufig verwendete Stärke für Heimanwendungen und sanftere Aufhellungen. Er bietet eine gute Balance zwischen Aufhellung und Haarschutz. Bei einem 6%igen Entwickler und einer Einwirkzeit von bis zu 60 Minuten (nur unter sehr genauer Beobachtung und bei professioneller Anwendung oder bei sehr dunklem, widerstandsfähigem Haar und nur, wenn der Hersteller dies explizit erlaubt und das Haar feucht gehalten wird) kann eine signifikante Aufhellung erzielt werden. Es ist jedoch essenziell, dass das Gemisch während der gesamten Einwirkzeit nicht austrocknet, da trockene Blondierung ihre Wirksamkeit verliert und ungleichmäßige Ergebnisse liefern kann. Das Abdecken der Haare mit Folie kann hier hilfreich sein.

Pflege nach dem Blondieren: Ein Muss für gesundes Haar
Nach dem Blondieren ist die richtige Pflege unerlässlich, um die Haarstruktur wieder aufzubauen und zu stärken. Blondiertes Haar ist oft trocken, porös und anfällig für Bruch. Spezialisierte Produkte, die Feuchtigkeit spenden und reparieren, sind hier Gold wert. In den letzten Jahren hat sich K18 als ein vielversprechendes Produkt auf dem Markt etabliert, das angeblich Haarschäden auf molekularer Ebene reparieren kann. Viele Beauty-Redakteur:innen und Friseure schwören auf seine Wirkung. Es ist wichtig, in hochwertige Shampoos, Conditioner und Haarmasken zu investieren, die speziell für blondiertes oder geschädigtes Haar entwickelt wurden. Produkte mit Proteinen und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure, Arganöl oder Sheabutter können helfen, das Haar zu kräftigen und ihm seinen Glanz zurückzugeben. Auch Hitzeschutzprodukte vor dem Styling sind ein absolutes Muss, da blondiertes Haar besonders hitzeempfindlich ist.
Haarwachstum nach dem Blondieren: Was Sie wissen müssen
Eine häufig gestellte Frage ist: „Wie lange dauert es, bis die Haare nach dem Blondieren wachsen?“ Die Blondierung selbst beeinflusst nicht die Wachstumsrate Ihrer Haare. Das Haar wächst weiterhin mit seiner natürlichen Geschwindigkeit, die bei den meisten Menschen etwa 1 bis 1,5 Zentimeter pro Monat beträgt. Was sich jedoch ändert, ist die sichtbare Erscheinung des Haarwachstums. Da die neu wachsenden Haare ihre natürliche, unblondierte Farbe haben, wird der Kontrast zum blondierten Haar am Ansatz sichtbar. Dieser sichtbare „Ansatz“ ist es, der die Notwendigkeit einer Nachbehandlung signalisiert. Bei einer durchschnittlichen Wachstumsrate wird der Ansatz nach etwa 4 bis 6 Wochen deutlich sichtbar, was auch der Grund für die empfohlene Wartezeit vor einer erneuten Blondierung des Ansatzes ist.
Häufig gestellte Fragen zum Blondieren
F: Wie lange dauert es, bis die Haare nach dem Blondieren wachsen?
A: Die Blondierung hat keinen Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit Ihrer Haare. Diese wachsen weiterhin mit ihrer normalen Rate von durchschnittlich 1 bis 1,5 cm pro Monat. Was Sie bemerken werden, ist der nachwachsende Ansatz in Ihrer Naturhaarfarbe, der nach etwa 4 bis 6 Wochen sichtbar wird.
F: Kann man Blondierung zu lange einwirken lassen?
A: Ja, unbedingt! Blondierung sollte niemals länger als 40 Minuten einwirken, es sei denn, die Herstellerangaben erlauben dies explizit und unter professioneller Aufsicht. Eine zu lange Einwirkzeit führt zu schweren Haarschäden wie Brüchigkeit, Elastizitätsverlust und im schlimmsten Fall zu chemischen Verbrennungen der Kopfhaut und Haarausfall.
F: Warum werden blonde Haare manchmal nicht gefärbt oder bekommen einen Gelbstich?
A: Wenn blonde Haare nicht wie gewünscht gefärbt werden oder einen Gelbstich entwickeln, liegt das oft an einer unzureichenden Aufhellung. Dunkle Farbpigmente (Rot, Orange) werden nicht vollständig abgebaut. Eine zu kurze Einwirkzeit, eine zu schwache Blondierung oder eine nicht optimale Anwendung können die Ursache sein. Gelbstich kann auch entstehen, wenn die Blondierung nicht neutralisiert wird oder durch Mineralien im Wasser.
F: Ist K18 so gut für die Haare, wie alle behaupten?
A: K18 ist ein peptidbasiertes Produkt, das darauf abzielt, durch chemische Behandlungen geschädigte Haarverbindungen zu reparieren. Viele Anwender und Profis berichten von einer deutlichen Verbesserung der Haarstruktur und -gesundheit nach der Anwendung, insbesondere bei stark beanspruchtem Haar. Es kann eine wertvolle Ergänzung zur Haarpflege nach dem Blondieren sein, um die Haare zu stärken und zu revitalisieren.
F: Sollte ich meine Haare zu Hause blondieren oder zum Friseur gehen?
A: Für ein optimales Ergebnis und um Haarschäden zu minimieren, ist der Gang zum professionellen Friseur immer die sicherste Wahl, besonders bei einer Komplettblondierung oder wenn Sie sehr dunkle Haare haben. Ein Friseur kann den Zustand Ihres Haares beurteilen, die richtige Produktstärke und Einwirkzeit bestimmen und unerwünschte Untertöne neutralisieren. Bei kleinen Ansatzkorrekturen oder Strähnen kann eine sorgfältige Heimanwendung mit viel Vorsicht und Recherche möglich sein, aber das Risiko ist immer höher.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Blondieren eine Kunst und eine Wissenschaft zugleich ist. Die genaue Einhaltung der Einwirkzeit, die Wahl des richtigen Produkts und eine umfassende Nachpflege sind entscheidend für ein schönes und gesundes Ergebnis. Hören Sie auf Ihr Haar, beobachten Sie es genau und scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um Ihren Traum vom strahlenden Blond sicher und erfolgreich zu verwirklichen. Ihre Haare werden es Ihnen danken!
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