Ist Haarfarbe krebserregend?

Ist Haarfarbe krebserregend? Eine Analyse.

07/05/2019

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Die Frage, ob Haarfarben krebserregend sein können, beschäftigt viele Menschen. Angesichts der Vielzahl an Produkten auf dem Markt und der Fülle an Informationen – und Fehlinformationen – ist diese Verunsicherung absolut nachvollziehbar. Tagtäglich entscheiden sich Millionen von Menschen dafür, ihre Haarfarbe zu verändern, sei es für einen neuen Look, um graue Haare zu kaschieren oder einfach, um das eigene Wohlbefinden zu steigern. Doch welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen diesen Bedenken zugrunde? Gibt es tatsächlich ein erhöhtes Krebsrisiko durch das Färben der Haare? Dieser umfassende Artikel beleuchtet die aktuelle Studienlage, die Meinungen führender Institutionen und die Maßnahmen, die zum Schutz der Verbraucher ergriffen werden, um Ihnen eine fundierte Antwort auf diese wichtige Frage zu geben.

Kann Haare färben Krebs auslösen?
Die Studie über den Zusammenhang von Haarfärbemitteln und erhöhtem Krebsrisiko ist somit die größte ihrer Art. Das Ergebnis dürfte viele überraschen: Das Entstehen von Krebstumoren wird vom häufigen Haare färben nicht beeinflusst. Die Forscher veröffentlichten die Studie im "British Medical Journal".
Inhaltsverzeichnis

Die Expertenmeinung: BfR vs. IARC

Um das potenzielle Krebsrisiko von Haarfarben zu verstehen, ist es entscheidend, die Einschätzungen verschiedener wissenschaftlicher und regulatorischer Institutionen zu betrachten. Hierbei stechen insbesondere zwei Organisationen hervor, deren Bewertungen auf unterschiedlichen Ansätzen basieren: das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Deutschland und die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Das BfR, als zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland, bewertet regelmäßig das Krebsrisiko von Produkten, mit denen Verbraucher in Kontakt kommen, einschließlich kosmetischer Mittel wie Haarfarben. Nach der aktuellen Einschätzung des BfR besteht bei der Anwendung der heute in Deutschland verfügbaren chemischen Haarfarben kein erhöhtes Krebsrisiko. Diese Bewertung basiert auf einer detaillierten Analyse der Inhaltsstoffe und der vorgesehenen Anwendung durch Endverbraucher unter den in Deutschland geltenden strengen Vorschriften. Das BfR konzentriert sich darauf, das tatsächliche Risiko für jene Personengruppen zu beurteilen, die sich mit den derzeit zugelassenen Haarfarben regelmäßig die Haare färben oder färben lassen.

Die IARC hingegen, eine spezialisierte Agentur der WHO, bewertet Krebsrisiken von Substanzen auf internationaler Ebene. Ihre Methodik und Datengrundlage unterscheiden sich jedoch von denen des BfR. Die IARC untersucht beispielsweise, ob Haarfarben generell, also prinzipiell, Krebs erzeugen können. Dabei werden auch Haarfarben und Inhaltsstoffe in die Bewertung einbezogen, die in Deutschland oder der Europäischen Union möglicherweise bereits verboten sind. Aus diesem Grund kommt die IARC zu einer anderen Einschätzung: Laut IARC reichen die bisher vorliegenden Daten nicht aus, um das Krebsrisiko von (künstlichen) Haarfärbemitteln abschließend zu beurteilen. Dies bedeutet nicht, dass ein Risiko besteht, sondern dass die vorhandene Evidenz für eine eindeutige Klassifizierung noch nicht ausreicht, insbesondere wenn man alle weltweit verwendeten Produkte und Expositionsszenarien berücksichtigt.

Diese unterschiedlichen Einschätzungen können für Verbraucher verwirrend sein. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass sie auf unterschiedlichen Bewertungskriterien und Untersuchungsgegenständen beruhen. Das BfR gibt eine Entwarnung für die in Deutschland zugelassenen Produkte, während die IARC eine globale Perspektive einnimmt und auch historische oder in anderen Regionen verwendete Substanzen berücksichtigt, die möglicherweise nicht mehr auf dem europäischen Markt sind oder dort nie zugelassen wurden.

Um die Unterschiede zwischen den beiden Institutionen besser zu veranschaulichen, dient folgende Vergleichstabelle:

KriteriumBundesinstitut für Risikobewertung (BfR)Internationale Krebsforschungsagentur (IARC)
ZuständigkeitsbereichDeutschlandInternational (Weltweit)
BewertungsgrundlageIn Deutschland verfügbare und zugelassene ProdukteGenerelle krebserzeugende Potenz von Substanzen, auch historisch oder global verbotene Inhaltsstoffe
Fokus der BewertungTatsächliches Risiko für Verbraucher bei bestimmungsgemäßer AnwendungPotenzielle Karzinogenität einer Substanz an sich
Aktuelle Einschätzung HaarfarbenKein erhöhtes Krebsrisiko bei Anwendung heutiger ProdukteDatenlage nicht ausreichend für abschließende Beurteilung

Verbraucherschutz in der EU: Ein engmaschiges Netz

Der Verbraucherschutz bei kosmetischen Mitteln, einschließlich Haarfarben, ist in der Europäischen Union durch strenge Vorschriften geregelt. Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit der Produkte gewährleisten, weit über ein mögliches Krebsrisiko hinaus. Die Europäische Kosmetikverordnung bildet hierbei die rechtliche Grundlage und legt umfassende Anforderungen fest, die für Hersteller verpflichtend sind.

In den 1980er-Jahren gab es berechtigte Bedenken bezüglich der Sicherheit bestimmter Haarfarben. Mitte der 1980er-Jahre wurde daher eine Vielzahl an Haarfarben verboten. Der Grund war der Verdacht, dass diese Produkte das Risiko für Blasenkrebs oder Brustkrebs erhöhen könnten. Obwohl Forschende den Verdacht damals nicht zweifelsfrei belegen konnten, dienten diese Verbote dem präventiven Verbraucherschutz, um potenzielle Gesundheitsrisiken von vornherein auszuschließen.

Ein zentrales Element der heutigen Regulierung sind umfangreiche Listen von Stoffen: sogenannte Negativlisten, die Substanzen enthalten, die in Kosmetika verboten sind, und Positivlisten, die nur erlaubte Stoffe aufführen. Diese Listen werden von Fachleuten fortlaufend überprüft und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Dies gewährleistet, dass nur als sicher eingestufte Inhaltsstoffe in Haarfarben verwendet werden dürfen.

Ein weiteres wichtiges Instrument zum Schutz der Verbraucher in der EU sind die sogenannten Sicherheitsdossiers. Bevor ein Produkt auf den Markt gebracht werden darf, muss der Hersteller nachweisen, dass es keinen gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoff enthält. Nur Produkte mit einem solchen Sicherheitsnachweis dürfen in der EU verkauft werden. Dies gilt selbstverständlich auch für Haarfärbemittel.

Kann Haarfarbe Blasenkrebs verursachen?
Professor Dr. Thomas Platzek. Immer wieder taucht in der Öffent­lich­keit der Verdacht auf, Haar­farben könnten Blasen­krebs verursachen. test sprach im Zusammen­hang mit dem aktuellen Test Haarfarben mit Professor Dr. Thomas Platzek, Toxikologe am Bundes­institut für Risiko­be­wertung in Berlin.

Sollte in einem EU-Land ein Produkt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nachträglich als gesundheitsschädlich eingestuft werden – beispielsweise weil neue Risiken bekannt werden –, greift das Europäische Schnellwarnsystem (RAPEX). Dieses System übermittelt rasch eine Warnmeldung an alle zuständigen Behörden in der EU, die das betreffende Produkt daraufhin umgehend aus dem Verkehr ziehen. Diese schnelle Reaktion stellt sicher, dass potenziell gefährliche Produkte nicht lange auf dem Markt verbleiben können.

Naturhaarfarben: Eine sichere Alternative?

Neben den chemischen Haarfärbemitteln, die den Großteil des Marktes ausmachen, gibt es auch alternative Produkte, die auf Naturfarbstoffen basieren. Die bekanntesten darunter sind Henna, gewonnen aus dem Hennastrauch (Lawsonia inermis), und Indigo, das aus der Indigopflanze (Indigofera arrecta) gewonnen wird. Experten bewerten reine Henna- oder Indigo-Haarfarben grundsätzlich als sicher, da sie auf natürlichen Pigmenten basieren und in der Regel gut verträglich sind.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle als 'pflanzlich' oder 'natürlich' beworbenen Haarfarben ausschließlich diese reinen Pflanzenfarbstoffe enthalten. Einige Produkte, die auf dem Markt angeboten wurden, können zusätzlich Pflanzenschutzmittel oder chemische Färbestoffe enthalten, die potenziell gesundheitsschädlich sein können. Glücklicherweise wurden solche möglicherweise gesundheitsschädlichen Henna-Haarfarben in Deutschland von den Behörden aus dem Verkehr gezogen, ebenfalls basierend auf Warnmeldungen des Europäischen Schnellwarnsystems.

Ein weiterer wichtiger Hinweis betrifft Produkte, die außerhalb Europas hergestellt und nach Deutschland eingeführt wurden, beispielsweise aus sogenannten Asia-Shops. Fachleute empfehlen Verbraucherinnen und Verbrauchern dringend, keine solchen Produkte zu verwenden. Der Grund hierfür ist, dass diese Produkte nicht den strengen Vorgaben und Sicherheitsstandards der Europäischen Union entsprechen müssen. Ihre Inhaltsstoffe und Herstellungsprozesse unterliegen keinerlei europäischer Kontrolle, was ein unkalkulierbares Risiko darstellen kann.

Haarfarbe und Krebsarten: Was sagt die Forschung?

Die wissenschaftliche Forschung hat sich intensiv mit dem möglichen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Haarfärbemitteln und dem Auftreten verschiedener Krebsarten beschäftigt. Eine der umfangreichsten und wichtigsten Studien in diesem Bereich ist die prospektive Nurses' Health Study, eine Langzeitstudie mit über 117.200 Teilnehmerinnen, die über mehr als drei Dekaden beobachtet wurden. Die Ergebnisse dieser Studie liefern weitgehend Entwarnung, weisen aber auch auf einige spezifische Assoziationen hin.

Das Wichtigste vorab: In der Nurses' Health Study waren die Krebsmortalität und die meisten Krebsarten bei Frauen, die ihre Haare färbten, nicht erhöht. Dies bedeutet, dass für die Mehrzahl der Krebserkrankungen und für das allgemeine Risiko, an Krebs zu sterben, kein Zusammenhang mit der Nutzung permanenter Haarfarben festgestellt werden konnte. Für das Auftreten von soliden Tumoren oder hämatologischen Malignomen war es unerheblich, ob, wie lange, seit wann oder wie häufig die Frauen sich die Haare gefärbt hatten.

Dennoch fanden sich für einige wenige Krebsarten positive Assoziationen, die dosisabhängig waren und weitere Untersuchungen erfordern. Dazu gehören:

  • Bestimmte Brustkrebstypen: Es wurde ein leichter Anstieg des Risikos für Mammakarzinome mit negativem Östrogen-, Progesteron- oder Hormon-Rezeptor-Status festgestellt. Pro 50 zusätzliche Anwendungen erhöhte sich das Risiko um etwa 1–2 Prozent.
  • Ovarialkarzinome (Eierstockkrebs): Auch hier zeigte sich mit zunehmenden kumulativen Dosen ein leichter Anstieg des Risikos, ebenfalls um 1–2 Prozent pro 50 Anwendungen.
  • Basalzellkarzinome: Das Risiko für Basalzellkarzinome war beim Gebrauch von Haarfarbe geringfügig (um zwei Prozent) höher, allerdings nicht dosisabhängig. Interessanterweise war dieser Anstieg nur bei hellhaarigen Frauen zu beobachten, die mit Farbe nachhalfen.
  • Hodgkin-Lymphome: Ein Anstieg von Hodgkin-Lymphomen war dagegen ausschließlich auf färbende Frauen mit von Natur aus dunklem Haar beschränkt.

Für Blasenkrebs, eine Krebsart, die in früheren Studien im Zusammenhang mit beruflicher Exposition gegenüber Haarfärbemitteln diskutiert wurde, bestätigten neuere Metaanalysen ein Nullergebnis für die persönliche Verwendung. Das bedeutet, dass für die private Nutzung von Haarfärbemitteln kein erhöhtes Blasenkrebsrisiko nachgewiesen werden konnte. Auch für Leukämien und andere Lymphome fanden die meisten Studien keinen statistisch signifikanten Zusammenhang mit der persönlichen Verwendung von Haarfärbemitteln, obwohl Faktoren wie die Art des Färbemittels (dunkel/dauerhaft), der Anwendungszeitraum (z.B. vor 1980), die Dauer der Anwendung (z.B. ≥15 Jahre) und das männliche Geschlecht zu einem möglichen erhöhten Risiko beitragen könnten, was jedoch weiterer Forschung bedarf.

Die Studienautoren der Nurses' Health Study betonen, dass ihre Ergebnisse eine 'gewisse Beruhigung' schaffen. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die dosisabhängig leicht erhöhten Raten für bestimmte Ovarial- und Mammakarzinome sowie die gemischten Resultate zu Basalzellkarzinomen einer weiteren Abklärung bedürfen. Einschränkungen der Studie sind, dass fast ausschließlich weiße US-Amerikanerinnen aus Gesundheitsberufen beteiligt waren und sich die Zusammensetzung der Färbemittel seit Beginn der Studie im Jahr 1976 erheblich verändert hat, insbesondere wurden in Europa seitdem viele potenziell karzinogene Inhaltsstoffe verboten.

Warum wurden Haarfärbemittel in der Vergangenheit verboten?

Die Entwicklung von Haarfärbemitteln ist ein komplexer chemischer Prozess, der oft mehr als 5.000 verschiedene Chemikalien erfordert, um die gewünschte Farbveränderung zu erzielen. In der Vergangenheit wurden jedoch Inhaltsstoffe verwendet, die heute nicht mehr zulässig sind und die Anlass zu ernsthaften Bedenken gaben.

Kann Haare färben Krebs auslösen?
Die Studie über den Zusammenhang von Haarfärbemitteln und erhöhtem Krebsrisiko ist somit die größte ihrer Art. Das Ergebnis dürfte viele überraschen: Das Entstehen von Krebstumoren wird vom häufigen Haare färben nicht beeinflusst. Die Forscher veröffentlichten die Studie im "British Medical Journal".

Wie bereits erwähnt, wurden in den mittleren 1980er Jahren viele Haarfärbemittel verboten. Der Hauptgrund hierfür war der Verdacht, dass diese Produkte das Risiko von Blasenkrebs oder Brustkrebs erhöhen könnten. Obwohl Forschende diesen Verdacht damals nicht zweifelsfrei durch eindeutige Beweise belegen konnten, handelte es sich um eine Maßnahme des präventiven Verbraucherschutzes. Das Prinzip 'Vorsicht ist besser als Nachsicht' führte dazu, dass diese potenziell riskanten Inhaltsstoffe vom Markt genommen wurden, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Insbesondere standen aromatische Amine im Fokus, die in früheren Formulierungen von dauerhaften Haarfärbemitteln als Farbzwischenprodukte verwendet wurden. Diese Substanzen wurden als potenzielle Karzinogene identifiziert und in der EU schrittweise aus den Produkten eliminiert. Die heutigen Formulierungen sind das Ergebnis dieser strengen Regulierungen und fortlaufenden wissenschaftlichen Überprüfungen, die darauf abzielen, die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.

Sicherheit und Inhaltsstoffe: Was Sie beachten sollten

Die Auswahl der richtigen Haarfarbe kann angesichts der vielen Werbeaussagen eine Herausforderung sein. Begriffe wie 'natürlich' können irreführend sein, da sie sich oft auf die Farbwirkung und nicht auf die Inhaltsstoffe beziehen. Ein gutes Beispiel ist das Produkt 'L’Oréal Natural Match', bei dem 'Natural' die natürliche Haarfarbe nachahmt, nicht die Natürlichkeit der Inhaltsstoffe.

Wenn Sie sich für eine Haarfarbveränderung entscheiden, ist es immer ratsam, Produkte mit natürlichen oder zumindest schadstoffarmen Inhaltsstoffen zu bevorzugen. Die Marke Sanotint wird in diesem Zusammenhang oft positiv hervorgehoben. Sanotint-Haarfarbe gilt als nicht schädlich und wird aus einem hohen Anteil natürlicher Zutaten hergestellt, darunter Goldhirse und natürliche Pflanzenextrakte. Mit 95% natürlichen und nur 5% synthetischen Inhaltsstoffen gehören Sanotint-Produkte zu den sichersten auf dem Markt und werden nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht.

Es gibt bestimmte chemische Inhaltsstoffe, die in Haarfärbemitteln vorkommen können und die Sie meiden sollten, wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten oder empfindliche Haut haben. Dazu gehören:

  • Ammoniak
  • Quartäre Ammoniumverbindungen (Quats)
  • Ethanolamin
  • Resorcinol
  • P-Phenylendiamin (PPD)
  • Para-Toluendiamin (PTD)
  • Parabene

Diese Substanzen können potenziell Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen und sind in einigen Fällen in der Vergangenheit mit Bedenken hinsichtlich ihrer Sicherheit in Verbindung gebracht worden, auch wenn viele davon heute in der EU streng reguliert sind.

Haare färben nach einer Chemotherapie: Besondere Vorsicht ist geboten

Für Krebspatienten, insbesondere nach einer Chemotherapie, gelten besondere Empfehlungen bezüglich des Haarefärbens. Es wird dringend geraten, etwa sechs Monate nach Abschluss einer Chemotherapie keine Haarfärbemittel oder Dauerwellen zu verwenden. Der Grund dafür ist, dass sich die Haare in der Erholungsphase nach der Chemotherapie besonders empfindlich und anfällig für Beschädigungen zeigen. Es dauert in der Regel etwa sechs Monate, bis die Haare wieder ihre frühere Kräftigkeit und Struktur zurückgewinnen.

Während dieser sensiblen Phase ist es keine gute Idee, dauerhafte oder semi-permanente Haarfärbemittel zu verwenden. Diese Produkte, die etwa 80% der derzeit auf dem Markt befindlichen Haarfärbeprodukte ausmachen, enthalten starke Chemikalien, die das Haar und die Kopfhaut zusätzlich belasten können. Die Kopfhaut kann nach einer Chemotherapie oft trockener und juckender sein als üblich, und die Anwendung aggressiver Chemikalien kann diese Probleme verschärfen. Stattdessen könnten schonendere Alternativen wie Henna-Farben oder andere pflanzliche Haarfärbemittel eine Option sein, da sie das Haar weniger strapazieren.

Fazit

Die Frage nach dem Krebsrisiko durch Haarfarben ist komplex, doch die aktuelle wissenschaftliche Datenlage bietet weitgehende Entwarnung für die in Deutschland und der EU zugelassenen Produkte. Dank strenger Regulierungen, fortlaufender Überprüfung von Inhaltsstoffen und einem effektiven Schnellwarnsystem sind Verbraucher heute besser geschützt als je zuvor. Während große Langzeitstudien keine erhöhte Krebsmortalität oder ein erhöhtes Risiko für die meisten Krebsarten durch das Haarefärben feststellen konnten, gibt es für sehr spezifische Brustkrebs- und Eierstockkrebsarten sowie bestimmte Hautkrebs- und Lymphomtypen Hinweise auf geringfügige, dosisabhängige Assoziationen, die weiterhin erforscht werden. Für die persönliche Anwendung von Haarfarben, insbesondere modernen, nach EU-Standards hergestellten Produkten, überwiegt die Entwarnung. Wer dennoch Bedenken hat oder eine noch schonendere Variante bevorzugt, kann auf reine Naturhaarfarben wie Henna oder Indigo zurückgreifen und sollte Produkte meiden, die nicht den EU-Standards entsprechen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sollte ich den Kontakt mit Haarfärbemitteln vermeiden oder einschränken?
Wenn Sie sich Gedanken über Ihr Krebsrisiko machen, ist es ratsam, alle Ihre individuellen Risikofaktoren bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren Lebensstil, Ihre Wohn- und Arbeitsumgebung sowie Ihre Familiengeschichte. Gemeinsam können Sie herausfinden, was für Sie am besten ist. Haarfärbemittel können sicherlich Teil dieser Diskussion sein, sollten aber nicht der einzige Faktor sein, der Ihr Krebsrisiko bestimmt.
Welche Haarfarbe ist am wenigsten schädlich?
Die Verwendung von natürlichen Produkten wie Henna oder rein pflanzlichen Haarfärbemitteln ist definitiv die sicherste Option, da sie keine aggressiven Chemikalien enthalten. Bevor Sie Ihre Haare färben, recherchieren Sie im Voraus gründlich. Im Internet finden Sie viele Listen, die 'sicherere' Optionen präsentieren. Achten Sie darauf, Produkte zu meiden, die folgende schädliche Inhaltsstoffe enthalten könnten: Ammoniak, Quartäre Ammoniumverbindungen (Quats), Ethanolamin, Resorcinol, P-Phenylendiamin (PPD), Para-Toluendiamin (PTD) und Parabene.
Wie krebserregend ist Blondierung?
Haarbleichmittel enthalten Chemikalien wie Ammoniak oder Wasserstoffperoxid, die das Haar schwächen und schädigen können. Eine lang anhaltende oder häufige Verwendung aggressiver Bleichmittel kann zu Haarbruch, Ausdünnung oder sogar Haarausfall führen. Diese Haarschäden stehen jedoch nicht im Zusammenhang mit einem erhöhten Krebsrisiko. Sie beeinträchtigen lediglich die allgemeine Gesundheit und Struktur des Haares. Aus Sicht des Krebsrisikos sind Blondierungen im Allgemeinen nicht als krebserregend eingestuft, aber sie können das Haar stark beanspruchen.

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