11/10/2017
Legolas Grünblatt, der Elbenprinz des Düsterwalds, ist zweifellos eine der bekanntesten und beliebtesten Figuren aus J.R.R. Tolkiens Mittelerde. Seine Anmut, seine unvergleichlichen Fähigkeiten mit Pfeil und Bogen und seine unerschütterliche Loyalität haben ihn zu einem festen Bestandteil der Fantasiewelt gemacht. Während Tolkiens Bücher Legolas als faszinierenden, aber oft rätselhaften Begleiter darstellen, haben die Verfilmungen von Peter Jackson dem Elben eine neue Dimension verliehen, ihn zum Leben erweckt und seine Geschichte für Millionen von Zuschauern weltweit greifbar gemacht. Dieser Artikel widmet sich Legolas' Darstellung auf der Leinwand, seinen Beziehungen und natürlich seinem treuen Gefährten auf vier Hufen.

Legolas in den Filmen: Eine Ikone wird lebendig
Die Rolle des Legolas in Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie wurde von dem britischen Schauspieler Orlando Bloom übernommen, der damit seinen internationalen Durchbruch feierte. Bloom, der ursprünglich für die Rolle des Faramir vorsprach, überzeugte Jackson so sehr, dass er die perfekte Besetzung für den Elbenprinzen in ihm sah. Seine Darstellung prägte das Bild des Legolas maßgeblich: blondes Haar, athletische Anmut und eine fast übernatürliche Geschicklichkeit im Kampf. Legolas' Kleidung, die in den Büchern oft nur als „grün und braun“ beschrieben wird, erhielt in den Filmen detaillierte Gestaltung, von bestickten Hemden bis hin zu Wildlederstiefeln, die an überlappende Blätter erinnern. Diese visuelle Präsenz trug wesentlich dazu bei, Legolas zu einer der unvergesslichsten Figuren der Filmgeschichte zu machen.
In der „Hobbit“-Trilogie kehrte Orlando Bloom auf Wunsch von Peter Jackson in die Rolle des Legolas zurück, obwohl die Figur im originalen Buch „Der Hobbit“ nicht vorkommt. Diese Entscheidung ermöglichte es, die Vorgeschichte des Charakters und seine Beziehung zu seinem Vater, König Thranduil, sowie die Einführung der Filmfigur Tauriel zu beleuchten. Hier zeigte sich Legolas in einer etwas älteren und klobigeren Kriegerausrüstung, mit intensiv blauen Augen und einer härteren, weniger poetischen Persönlichkeit, die vor allem durch seine Abneigung gegenüber den Zwergen zum Ausdruck kam.
Legolas' treues Pferd: Arod
Im Verlauf der Ringkrieg-Ereignisse, insbesondere während der Verfolgung der Orks, die Merry und Pippin entführt hatten, erhielt Legolas ein ganz besonderes Reittier. Dieses Pferd, das ihm von Éomer, dem Neffen von König Théoden von Rohan, überlassen wurde, trug den Namen Arod. Arod wird als ein anfänglich störrisches Pferd beschrieben, doch Legolas, mit seiner elbischen Verbindung zur Natur und den Tieren, bat darum, es auf die „elbische Art“ reiten zu dürfen. Das bedeutete, ohne Sattel und Zaumzeug. Diese Art des Reitens unterstreicht die tiefe Verbundenheit und das Vertrauen, das Legolas zu Arod aufbauen konnte, und demonstriert die besondere Beziehung der Elben zu den Geschöpfen Mittelerdes. Arod wurde zu einem zuverlässigen Begleiter auf vielen ihrer Reisen durch Rohan.
Die Herr der Ringe Filmtrilogie: Legolas' Entwicklung
In „Die Gefährten“ wird Legolas als Vertreter der Elben in den Rat von Elrond entsandt und schließt sich der Gemeinschaft des Ringes an. Seine Fähigkeiten als Bogenschütze sind von Anfang an beeindruckend, sei es beim Überwinden des Caradhras, wo er mühelos über den Schnee läuft, oder in den Minen von Moria, wo er Pfeil um Pfeil präzise ins Ziel bringt. Seine Begegnung mit dem Balrog auf der Brücke von Khazad-dûm zeigt seine Furcht, aber auch seine Entschlossenheit. In Lothlórien erhält er von Galadriel einen besonderen Bogen der Galadhrim. Besonders hervorzuheben ist sein meisterhafter Schuss, der ein Geflügeltes Untier vom Himmel holt, während die Gemeinschaft den Anduin hinabfährt.

„Die zwei Türme“ vertieft Legolas' Rolle und vor allem seine sich entwickelnde Freundschaft zu Gimli. Ihre anfängliche Feindschaft, die die uralte Spannung zwischen Elben und Zwergen widerspiegelt, wandelt sich im Laufe ihrer gemeinsamen Abenteuer in eine tiefe und einzigartige Bindung. Ein ikonischer Moment ist ihr Wettbewerb um die meisten getöteten Orks in der Schlacht um die Hornburg, wo Legolas mit 41 Gegnern nur knapp von Gimli übertroffen wird. Szenen wie das berühmte Schild-Surfen in Helms Klamm, während er gleichzeitig Pfeile verschießt, unterstreichen seine akrobatischen und übermenschlichen Fähigkeiten, die ihn zu einem Publikumsliebling machten.
In „Die Rückkehr des Königs“ setzt Legolas seinen Weg an der Seite Aragorns fort. Seine Furchtlosigkeit zeigt sich besonders auf den Pfaden der Toten, wo er Aragorn und Gimli ohne Zögern folgt. Auf den Pelennor-Feldern beweist er erneut seine Kampfkraft, indem er im Alleingang einen der gigantischen Mûmakil zur Strecke bringt – eine der spektakulärsten Kampfszenen der gesamten Trilogie. Nach dem Ringkrieg löst Legolas sein Versprechen ein und besucht mit Gimli die Glitzernden Höhlen, bevor sie gemeinsam den Fangorn-Wald erkunden. Die Trilogie endet zwar ohne explizite Erklärung seines Schicksals, doch die Anhänge der Bücher berichten von seiner späteren Reise in den Westen, begleitet von seinem unzertrennlichen Freund Gimli.
Die Hobbit Filmtrilogie: Eine andere Seite des Elbenprinzen
Die Darstellung Legolas' in „Der Hobbit“-Filmen, insbesondere in „Smaugs Einöde“ und „Die Schlacht der Fünf Heere“, war für viele Fans eine Überraschung. Da er im Buch nicht vorkommt, wurde seine Rolle von Peter Jackson und seinem Team speziell für die Filme kreiert. Hier präsentiert sich Legolas als ein Elb, der bereits einige Jahrhunderte älter ist als in „Der Herr der Ringe“, was sich auch in seiner physischen Erscheinung widerspiegelt. Seine Augen strahlen in einem intensiven, kalten Blau, und seine Ausrüstung wirkt klobiger und kriegerischer. Er wird als eiskalter Ork-Killer gezeigt, der weniger die poetische Seite des Elben verkörpert und stattdessen eine deutliche Abneigung gegenüber Zwergen hegt.
Ein zentrales Element seiner Geschichte in „Der Hobbit“ ist die Einführung von Tauriel, einer Anführerin der Waldelbenwache, für die Legolas tiefe Gefühle entwickelt. Diese Beziehung, die von Thranduil missbilligt wird, führt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Vater und Sohn. Legolas missachtet sogar die Befehle seines Vaters, um Tauriel zu folgen und die Orks zu verfolgen. Tauriel ist es auch, die Legolas die Augen für die Notwendigkeit öffnet, sich außerhalb des isolierten Waldlandreiches für Mittelerde einzusetzen. Am Ende der Schlacht der Fünf Heere schickt Thranduil seinen Sohn zu einem gewissen „Streicher“ (Aragorn), was Legolas' Loslösung von der Isolation seines Reiches und den Beginn seiner eigenen Reise markiert, die ihn schließlich zur Gemeinschaft des Ringes führen wird.
Beziehungen, die Grenzen überschreiten
Die wohl prägendste und bewegendste Beziehung Legolas' ist die zu Gimli, dem Zwerg. Was mit gegenseitigem Misstrauen und Ressentiments beginnt, entwickelt sich zu einer der tiefsten und ungewöhnlichsten Freundschaften in ganz Mittelerde. Diese Freundschaft überwindet die Jahrhunderte alte Feindschaft zwischen Elben und Zwergen und wird zu einem Symbol für Einheit und Verständnis. Sie wetteifern humorvoll um die Anzahl der getöteten Orks und teilen sich Erlebnisse, die ihre Bindung immer weiter festigen. Nach dem Ringkrieg reisen sie gemeinsam, erfüllen einander langgehegte Wünsche und segeln schließlich, als Gimli alt und gebrechlich geworden ist, gemeinsam in den Westen – eine Ehre, die vor Gimli keinem Zwerg zuteilwurde und die die Einzigartigkeit ihrer Freundschaft unterstreicht.

Zu Aragorn hegt Legolas eine tiefe Loyalität und Respekt. Obwohl Legolas weitaus älter und erfahrener ist, vertraut er Aragorns Führung und folgt seinen Entscheidungen. Ihre Beziehung ist von gegenseitigem Vertrauen und Kampfbereitschaft geprägt, und sie bilden zusammen mit Gimli ein unschlagbares Team, das sich in den größten Schlachten Mittelerdes bewährt.
Die Beziehung zu seinem Vater, König Thranduil, ist komplex. In „Der Hobbit“ wird deutlich, dass Legolas zwar seinem Vater gehorcht und seine Befehle ausführt, aber auch eigene Ansichten hat, insbesondere was die Isolation des Waldlandreiches angeht. Die Einführung von Tauriel und seine Gefühle für sie verstärken diese Spannungen, führen aber letztendlich dazu, dass Legolas seinen eigenen Weg findet und seine Rolle in der Welt außerhalb seines Königreichs annimmt.
Fähigkeiten und Waffen: Der Meisterbogenschütze
Legolas ist vor allem für seine herausragenden Fähigkeiten mit Pfeil und Bogen bekannt. Er ist ein Meister des Fernkampfes, dessen Schüsse präzise und tödlich sind. Sein Langbogen aus Eibenholz und später der von Galadriel geschenkte Bogen der Galadhrim sind seine bevorzugten Waffen. Doch auch im Nahkampf ist Legolas äußerst geschickt. Er führt zwei weiße Messer, mit denen er sich akrobatisch und effektiv verteidigt. Seine elbischen Sinne, insbesondere sein scharfes Sehvermögen, ermöglichen es ihm, auch im Dunkeln meilenweit zu sehen und Ziele zu identifizieren, die für andere unsichtbar wären. Seine übermenschliche Agilität und Geschwindigkeit machen ihn zu einem unermüdlichen Begleiter, der auch über Schnee gehen kann, ohne einzusinken, oder sich akrobatisch durch Schlachtgetümmel bewegt.
Häufig gestellte Fragen zu Legolas
Hier beantworten wir einige der gängigsten Fragen rund um Legolas, seine Darstellung in den Filmen und seine Geschichte:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wer spielt Legolas in den Filmen? | Legolas wird in allen drei „Herr der Ringe“- und allen drei „Hobbit“-Filmen von dem britischen Schauspieler Orlando Bloom verkörpert. |
| Wie heißt das Pferd von Legolas? | Das Pferd, das Legolas während des Ringkriegs, insbesondere bei der Verfolgung der Orks in Rohan, reitet, heißt Arod. Es wurde ihm von Éomer überlassen. |
| Wie alt ist Legolas in den Filmen? | In den Filmen wird Legolas' Alter zum Zeitpunkt des Ringkriegs mit 2931 Jahren angegeben. Dies ist eine Anspielung auf Aragorns Geburtsdatum und unterscheidet sich von den Büchern, wo sein genaues Alter nicht explizit genannt wird, er aber als sehr alt beschrieben wird. |
| Hat Legolas eine Freundin in den Filmen? | In der „Hobbit“-Trilogie wurde die Elbin Tauriel als Liebesinteresse für Legolas eingeführt. Diese Figur ist jedoch eine reine Erfindung der Filmemacher und kommt in Tolkiens Büchern nicht vor. |
| Wann segelte Legolas in den Westen? | Laut den Anhängen von „Der Herr der Ringe“ segelte Legolas nach dem Tod von König Elessar (Aragorn) im Jahre 120 V. Z. (Viertes Zeitalter) in den Westen, und mit ihm kam der Zwerg Gimli, was ihre einzigartige Freundschaft krönt. |
| Welche Waffen benutzt Legolas? | Legolas ist ein Meister des Bogens. Er benutzt einen Langbogen (zunächst aus Eibenholz, später einen Bogen der Galadhrim) und zwei weiße Messer für den Nahkampf. Im Buch wird auch ein langes, weißes Schwert erwähnt. |
| Was ist der Unterschied zwischen Legolas im Buch und im Film? | Im Film ist Legolas präsenter, hat blonde Haare (im Buch nicht explizit genannt) und es werden ihm akrobatischere Kampfszenen zugeschrieben. In der Hobbit-Trilogie wird er als Ork-Killer ohne poetische Züge dargestellt und eine Liebesgeschichte mit Tauriel hinzugefügt, die im Buch nicht existiert. Seine Freundschaft mit Gimli wird im Film ebenfalls stärker hervorgehoben und dramatisiert. |
Fazit
Legolas, ob als stiller Bogenschütze in den Büchern oder als dynamischer Leinwandheld, bleibt eine faszinierende Figur in der Welt von Mittelerde. Seine Darstellung in den Filmen hat ihm eine immense Popularität eingebracht und seine Geschichte um neue Facetten erweitert, sei es durch seine akrobatischen Kampffähigkeiten, die dramatische Entwicklung seiner Freundschaft mit Gimli oder die eingeführte Beziehung zu Tauriel. Sein treues Pferd Arod und seine unerschütterliche Loyalität machen ihn zu einem wahren Elbenprinzen, der Generationen von Fans begeistert.
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